Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 18.06.2018
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Offenbarung 1,9-11: Beauftragung der Niederschrift

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Offenbarung 1,9-11: Beauftragung der Niederschrift

Text:    

Fragen & Gesprächsimpulse


Wie stellt sich Johannes hier vor – und warum (Vers 9a)?

>> Antwort: Wie wir wissen, ist Gott der Autor der Offenbarung und Johannes derjenige, welcher die Botschaft an die Brautgemeinde Jesu weitergeben soll. Entsprechend stellt er sich hier nun auch kurz vor, wobei gleich auffällt, dass er sich demütig als „euer Bruder“ bezeichnet. Gott hatte „ihn“ ausgerechnet auserwählt solch große Geheimnisse geoffenbart zu bekommen, trotzdem ist von Hochmut keine Spur! Das erinnert an Paulus, welcher von sich in 2. Kor. 12,7 sagen musste: “damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch … damit ich mich nicht überhebe“, dabei dürfte die Offenbarung von Johannes noch viel größer und zumindest für uns Bedeutender gewesen sein! Welch ein Vorbild in der Demut muss uns doch Johannes hier sein! Wir sollten uns fragen, ob wir überhaupt in der Lage wären von Gott mit größeren Offenbarungen gesegnet werden zu können, ohne uns dabei gleich zu „überheben“! Vielleicht liegt es an unserem schnell aufkeimenden Hochmut, welcher solche Segnungen zurück hält! Wie gut ist es daher auch, wenn wir mit „Pfählen im Fleisch“ zu kämpfen haben, um geistlich voran zu kommen! Dass aber auch Johannes letztlich einen „Pfahl im Fleisch“ hatte lesen wir ebenfalls aus dem Text: Er hatte „Anteil an der Bedrängnis“ und musste auch „standhaft ausharren“, wie es Jesus Christus vorgelebt hatte.

Wo war Johannes bei der Abfassung der Offenbarung – und warum (Vers 9b)?

>> Antwort: In Jesaja 42,4 heißt es, dass die Inseln auf Gottes Lehre warten. In jedem Fall auf einer Insel erfüllte sich nachweislich dieses Wort: Auf Patmos. Dort war Johannes „um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses Jesu Christi willen“ hin verbannt worden. Ob er freiwillig oder als Gefangener dorthin kam, spielt dabei letztlich keine Rolle. Wenn Jesus Christus wirklich unser HERR ist, dann dürfen wir Seine Wegführungen annehmen. Oft hadern wir mit Wegführungen und sehen nicht, die Gnade Gottes. Wenn ER uns an einem bestimmten Ort haben will kann er es uns anweisen oder auch direkt so führen, dass wir quasi automatisch dort „landen“. Auf Patmos befindet sich eine so genannte „Johannesgrotte“. Sollte dies wirklich der Ort gewesen sein wo Johannes lebte und die Offenbarung empfing, erinnert dies an die vielen Propheten vor ihm, welche in der Wüste und an einsamen Orten Gottes Reden hören durften. Dies zeigt wieder wie wichtig es ist die Stille vor Gott zu suchen. Die morgendliche „Stille Zeit“ hat somit seine wichtige Bewandtnis und sollte wirklich „stille“ sein, wie es z.B. in Psalm 46,11 heißt: „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!“. Wir können also davon ausgehen, dass Johannes bewusst in die Stille geführt wurde, um sich ganz auf Gottes Botschaft konzentrieren zu können.

In welcher Haltung war Johannes als er die Offenbarung empfing (Vers 10)?

>> Antwort: Das Wort „im Geist“ wurde bereits von Johannes in Joh. 4,24 verwendet: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ Johannes war somit in der inneren Gebetshaltung und Stille vor Gott als der die Offenbarung empfing. Dies erinnert auch an die Anweisung: „Betet ohne Unterlass!“ (1. Thess. 5,17) Der Zusatz „Tag des Herrn“ verdeutlicht, dass es Gott ist, welcher die Initiative ergreift und „Tag und Stunde“ bestimmt – wie es auch z.B. bei der Entrückung als das nächste große kommende Ereignisse sein wird. Zu beachten ist aber noch ein Detail: Die Stimme hörte er „hinter sich“. Er schaute also in die „falsche“ Richtung und musste sich entsprechend erst umdrehen. Als Petrus den „falschen“ Blick auf die Wellen hatte, fing er auch an unterzugehen. Solange er auf Jesus schaute konnte er hingegen über die Wellen gehen (Matth. 14,28-30)! Wie oft schauen wir doch auch in die „falsche Richtung“ und haben „unsere Erwartungen und Vorstellungen“! Wohl uns, wenn wir stets nach Gottes Willen fragen: „Herr, was willst DU dass ich tun soll?“ (Apg. 9,6) und auf IHN anstatt auf unsere Interessen oder auch Probleme schauen!

Wie stellt sich Jesus hier vor (Vers 11a)?

>> Antwort: Zunächst lesen wir hier eine fast gleiche Aussage Jesu über sich selbst wie in Vers 8: Er ist „das A und das O“, aber anstatt „der Anfang und das Ende“ wird hier „der Erste und der Letzte“ erwähnt. Wir alle kennen den Spruch: „Der Letzte macht das Licht aus“. Wie mag „Erste“ und „Letzte“ hier aber gemeint sein? Es gibt einen ersten und letzten Tag, aber was wäre Jesus gleich, in dessen Reihe Jesus der Erste und Letzte wäre? Wie immer müssen wir nach Parallelstellen suchen und in der Tat finden wir dieses „ich bin der Erste und auch der Letzte“ mehrfach in der Bibel. In Jesaja 48,12-13 steht dies im Zusammenhang mit der Schöpfung. Jesus wurde ganz Mensch und ist in der Menschheitsgeschichte insofern auch „der Erste“ und „der Letzte“ bzw. sogar der „Ewige“. Aber wir können es auch geistlich sehen, da Jesus in Markus 9,35b sagte: „Wenn jemand der Erste sein will, so sei er von allen der Letzte und aller Diener!“ Jesus nahm Knechtsgestalt an und wusch sogar als Diener den Jüngern die Füße (Joh. 13)! So tief konnten sich diese nicht beugen! Wie tief können wir uns beugen: So tief wie es Jesus vormachte?

Welchen Auftrag erhält Johannes (Vers 11b)?

>> Antwort: Johannes soll ein Buch schreiben, wobei vorweg gleich klargestellt wird, was er nur schreiben darf: „Was er sieht“! Wie wir schon eingangs feststellten, ist Gott DER Autor der Offenbarung (geht auch nicht anders – wer kann denn sonst Geheimnisse „offenbaren“?) und Johannes „nur“ der Sekretär. Aber einen kleinen Spielraum gibt es doch: So wie man von einer Sprache in eine andere Übersetzt und immer wieder die Wahl hat verschiedene ähnliche Worte zu verwenden, so auch hier: Er darf in seinen Worten das Gesehene (unter der Leitung des Heiligen Geistes) beschreiben. Dies ist wichtig zu beachten, sind doch Beschreibungen immer Umfeldabhängig, vor allem wenn es um Vergleiche geht. Z.B. Kampfhubschrauber gab es damals nicht, daher musste Johannes diese mit „gepanzerte Wesen mit Flügeln“ beschreiben, wobei die Flügel aber ein „Getöse wie viele Wagen“ machten (Off. 9,9). Wir sind also zum tieferen Verständnis gezwungen, uns in die damalige Umwelt des Johannes gedanklich zu versetzen und aus dessen Sicht – mit heutigem Wissen – alles zu betrachten. Sobald das Buch verfasst wurde sollte es Johannes dann an 7 Gemeinden senden. Dabei stellt sich angesichts der Angabe „in EIN Buch zu Schreiben“ die Frage, ob dieses Buch dann Reihum weitergereicht werden sollte. Von Kopien ist auch nicht die Rede. Wie wir aber bereits in der Ausarbeitung zu den Sendschreiben feststellten, kann man die Gemeinden in genau der Reihenfolge wie sie aufgeführt sind auch aufsuchen, die Route bildet dabei eine Sichel auf der Landkarte (Passend zur Endzeit-Ernte). Denkbar ist daher z.B., dass Johannes EIN Buch verfasste, und jede Gemeinde den Inhalt für sich selbst abschrieb bevor sie es weitergab (näheres zu den Gemeindesendschreiben möge bitte in der erwähnten Ausarbeitung unter http://www.gottesbotschaft.de/?pg=3521 nachgelesen werden).


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