Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 28.09.2020
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Naives Gottesbild als Glaubenshindernis

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Naives Gottesbild als Glaubenshindernis



Der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht! Amen

1. Timotheus 6, 16


Wenn man den Ursachen für den Atheismus nachgeht, stößt man oft auf ein falsches Gottesbild, das dann auch den gläubigen Christen unterstellt wird.

Ich hatte mich zu DDR Zeiten auch "angepasst" - was ein großer Fehler war - und habe sowohl an der Jugendweihe als auch der Konfirmation teilgenommen.

So wie es im kirchlichen Bereich Konfirmandenunterricht gab, gab es im staatlichen Bereich die Jugendstunden.

Bereits die erste Jugendstunde reichte aus, um mich vom Glauben abzubringen. Der Vortragende legte nämlich dar, dass der Glaube daraus resultiert, dass sich die Menschen früherer Zeiten die Welt nicht erklären konnten und deshalb hinter allen Naturereignissen Gottheiten bzw. Gott vermuteten, der im Himmel hinter den Wolken sitzt, von wo aus er auch Blitz und Donner schicken kann.

Durch die wissenschaftliche Forschung erkannte man, dass sich "alles natürlich" erklären lässt, es also keine Gottheiten und auch keinen Gott gibt. Und gar nicht zu reden von den Verbrechen, welche die Kirche aufgrund ihres "Aberglaubens" begangen hat.

Und mit dieser Feststellung und seinen weiteren Begründungen lag der Vortragende völlig richtig, denn diesen Gott gibt es tatsächlich nicht, und wer auf dieser Ebene nach Gott sucht oder an ihn glaubt, wird immer Schiffbruch erleiden.

Dieses naive Gottesbild haben nach wie vor viele hochqualifizierte Forscher und Wissenschaftler. Anders sind Aussagen derart, dass man auf Gott stoßen müsste - sofern es ihn gibt - wenn man in der Forschung immer weiter zurück, bis an den Anfang der Welt geht, wozu auch Experimente im CERN-Teilchen- Beschleuniger dienen. Man glaubt demnach, Gott zum Gegenstand der Forschung machen und "beweisen" zu können.

Für mich ist Gott der Schöpfer, der alle Dinge so geschaffen hat, dass sie gerade genau so sind, wie sie sind. Auch das Natürliche und Erklärbare ist damit Gottes Schöpfung. Gott hat vieles so geschaffen, dass es erklärbar ist.

Wenn man also eine Entdeckung macht, mit der man “beweist”, dass aufgrund von irgendwelchen quantenmechanischen Verquickungen alles aus sich selbst heraus, gewissermaßen aus dem Nichts entstanden ist, weshalb es keines Gottes bedarf, kann ich nur antworten: "Also ist Gott noch viel größer als ich bisher dachte, denn dann hat er ja auch das geschaffen, was ihn angeblich überflüssig macht."

Wenn wir das so sehen, werden wir durch die oftmals bildhafte Sprache der Bibel nicht irritiert. Freilich sendet Gott auch Regen und Schnee, Blitz und Donner, aber nicht deshalb weil er im räumlichen Sinn hinter einer Wolke im Himmel sitzt, sondern weil er die Dinge so geschaffen hat, dass sie so sind, wie wir sie erleben. Dazu ist Gott allgegenwärtig und weder an Raum und Zeit noch Naturgesetze gebunden und kann damit überall und jederzeit eingreifen.

Wobei angefügt werden muss, dass man bis heute nicht bis ins letzte Detail weiß, wie Schnee und Regen, Blitz und Donner tatsächlich entstehen. Wir haben auch hierfür nur Theorien als Modelle einer für uns unerreichbaren Wirklichkeit.

Von daher sind Demut und Bescheidenheit, Lob und Anbetung Gottes angesagt.




Wenn ich, o Schöpfer Deine Macht,
die Weisheit deiner Wege,
die Liebe, die für alle wacht,
anbetend überlege,
so weiß ich, von Bewund’rung voll,
nicht, wie ich Dich erheben soll,
mein Gott, mein Herr und Vater!

Mein Auge sieht, wohin es blickt,
die Wunder deiner Werke:
Der Himmel, prächtig ausgeschmückt,
preist Dich, du Gott der Stärke!
Wer hat die Sonn an ihm erhöht?
Wer kleidet sie mit Majestät?
Wer ruft dem Heer der Sterne?

Wer misst dem Winde seinen Lauf?
Wer heißt die Himmel regnen?
Wer schließt den Schoß der Erde auf,
mit Vorrat uns zu segnen?
O Gott der Macht und Herrlichkeit,
Gott, deine Güte reicht so weit,
so weit die Wolken reichen!

Dich predigt Sonnenschein und Sturm,
Dich preist der Sand am Meere.
Bringt, ruft auch der geringste Wurm,
bringt meinem Schöpfer Ehre!
Mich, ruft der Baum in seiner Pracht,
mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht;
bringt unserm Schöpfer Ehre!

Der Mensch, ein Leib, den deine Hand
so wunderbar bereitet,
der Mensch, ein Geist, den sein Verstand
Dich zu erkennen leitet:
Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis,
ist sich ein täglicher Beweis
von Deiner Güt und Größe.

Erheb ihn ewig, o mein Geist,
erhebe seinen Namen!
Gott, unser Vater, sei gepreist,
und alle Welt sag Amen!
Und alle Welt fürcht ihren Herrn,
und hoff auf ihn und dien ihm gern:
Wer wollte Gott nicht dienen?


(Lied ' Wenn ich, o Schöpfer Deine Macht ', Christian Fürchtegott Gellert )




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