Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 17.10.2019
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Wenn Beten vergeblich ist

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Wenn Beten vergeblich ist



Und der Herr sprach zu mir: Du sollst nicht für dies Volk um Gnade bitten. Denn wenn sie auch fasten, so will ich ihr Flehen nicht erhören; und wenn sie auch Brandopfer und Speiseopfer bringen, so gefallen sie mir doch nicht, sondern ich will sie durch Schwert, Hunger und Pest aufreiben.

Jeremia 14, 11. 12


Die Verse waren kürzlich Teil der morgendlichen Lesung. Das ist schreckliches Gericht Gottes über sein Volk.

Hier sollte man betonen, dass es um das Volk Gottes und nicht um die übrige Menschheit geht. Zum Volk Gottes zählt heute die Christenheit und im weiteren Sinne das "christliche Abendland", mit seinem christlich-jüdischen Erbe, das von Gott, seinem Wort, seinen Geboten und Lebensordnungen weiß.

Und wer um dieses alles weiß, den trifft eine besondere Verantwortung weshalb ihn ein besonders hartes Gericht trifft, härter als das, das diejenigen trifft, die Gott nicht kennen.

Was war denn der Grund für den grimmigen Zorn Gottes?

Nachlesbar ist dies bei Jeremia, und das was dort beklagt wird, kommt einem bekannt vor: Ehebruch, Lug und Trug, Götzendienst, Gottvergessenheit, Gottlosigkeit und was in diese Richtung geht.

Damals gab es theologische Schönschwätzer und Irrlehrer. "Propheten", die vorgaben im Namen Gottes zu reden und dabei Lügen und falsche Offenbarungen verbreiteten. Sie erzählten den Leuten, dass keine Not bevorstehe und alles gut ist.

Diesen falschen Propheten lässt Gott sagen, dass sie durch Schwert und Hunger umkommen werden, und die Leichen der Leute, denen sie weissagen, unbegraben auf den Straßen Jerusalems liegen werden.

Dass Jeremia im Auftrag Gottes gegen den damaligen Mainstream gepredigt hat, hatte zur Folge dass er verfolgt und Anschläge auf ihn verübt wurden.

Da kommt die Frage auf, wie es um uns steht. Ist Gottes Geduld mit uns auch am Ende? Lässt ER die Gottlosen, die Verächter, die Irrlehrer samt den angepassten Mitläufern in den Abgrund laufen?

Lassen wir uns nicht durch wohlfeile Sprüche beschwichtigen, wonach das, was im Alten Testament steht für uns bedeutungslos ist. Es gibt nach wie vor Dinge, die das Gericht Gottes bereits in sich tragen. Irret euch nicht. Gott lässt sich nicht spotten. Was der Mensch sät, das wird er ernten! So steht es im Neuen Testament!

Gottes Ordnungen zu übergehen hat ganz automatisch Folgen, die hart auf die zurückfallen, die sich hier haben verführen lassen.

Bringt es noch etwas, hier zu Beten? Ich weiß es manchmal wirklich nicht. Wir können Gott nur bitten, dass ER uns aufzeigt, wie wir uns verhalten sollen um unserer Salz- und Lichtfunktion weiterhin nachzukommen.

Ein starkes tröstliches Wort gibt es für uns doch:

Darum spricht der Herr: Wenn du dich zu mir hältst, so will ich mich zu dir halten, und du sollst mein Prediger bleiben.
(Jeremia 15, Vers 19)

Das gilt auch uns, wenn wir Gott die Treue halten und dabei unserer Salz- und Lichtfunktion nachkommen. Wenn Jeremia weiterhin predigen soll heißt das ja, dass Gott, trotz allem, immer noch zur Umkehr ruft bzw. durch seine Boten rufen lässt.




Ein feste Burg ist unser Gott,
Ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not,
Die uns jetzt hat betroffen.
Der alt böse Feind
Mit Ernst er´s jetzt meint,
Groß Macht und viel List
Sein grausam Rüstung ist,
Auf Erd ist nicht seinesgleichen.

Mit unsrer Macht ist nichts getan,
wir sind gar bald verloren.
Es streit für uns der Rechte Mann,
den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist?
Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaoth,
und ist kein andrer Gott,
das Feld muss er behalten!

Und wenn die Welt voll Teufel wär
Und wollt uns gar verschlingen,
So fürchten wir uns nicht so sehr,
Es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt,
Wie sau´r er sich stellt,
Tut er uns doch nicht,
Das macht, er ist gericht,
Ein Wörtlein kann ihn fällen.

Das Wort sie sollen lassen stahn
Und keinen Dank dazu haben,
Er ist bei uns wohl auf dem Plan
Mit seinem Geist und Gaben.
Nehmen sie den Leib,
Gut, Ehr, Kind und Weib,
Lass fahren dahin,
Sie habens kein Gewinn,
Das Reich muss uns doch bleiben.


(Lied ' Ein feste Burg ist unser Gott ', Martin Luther )




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