Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 24.09.2020
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Glaube ist Geschenk und nicht machbar

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Glaube ist Geschenk und nicht machbar



Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn, denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel.

Matthäus 16, 16. 17


Jesus wollte wissen, für wen IHN Seine Jünger halten. Und die Antwort des Petrus ist ebenso hochinteressant, wie die Reaktion Jesu auf eben diese Antwort des Petrus, denn Jesus nennt Petrus selig und erklärt, dass die Erkenntnis, dass ER, Jesus, Gottes Sohn ist, nur von Gott selbst kommen kann.

Was ist nun das Besondere an dieser Schriftstelle?

Das Besondere ist die Erkenntnis, dass man auch durch das intensivste Bibel- und Theologiestudium nicht zum lebendigen Glauben kommen kann. Die Erkenntnis, dass Jesus Christus der Sohn Gottes und damit unser Herr, Heiland und Erlöser und damit der einzige Weg zu Gott ist, der uns durch sein Leiden, Sterben und Auferstehen, das Heil erworben hat, kann nur von Gott selbst bzw. den Heiligen Geist gewirkt werden.

Dass dem so ist, beweisen die vielen Pfarrer, Theologen und Namenschristen, die Jesus lediglich für einen "guten Menschen", "Vorbild", "Religionsstifter", "Lehrer der Menschheit" usw. halten und deren Verkündigung dann dementsprechend ist.

Aber kann man den Verkündern eines verkürzten und passend gemachten "humanen Evangeliums" überhaupt einen Vorwurf machen, wenn es ganz allein Gott, bzw. der Heilige Geist ist, der den Menschen die Augen öffnen und Erkenntnis schenken und den Glauben wirken muss?

Ja, es ist der Heilige Geist, der Erkenntnis und Glauben wirkt, und das zieht sich durch das gesamte Neue Testament, wo geschrieben steht, dass die Welt Gott nicht erkennt, dass der Welt das Evangelium eine Torheit ist und dass der Glaubende alle Dinge erkennt aber selbst nicht erkannt wird.

Wenn der Glaube aber ein Geschenk ist, dann ist dieser nicht von der Intelligenz, der Schulbildung, dem Wissen, der Herkunft und was sonst auch immer, abhängig. Und dann ist der Glaube auch nicht machbar. Weder durch gläubige Eltern noch durch ein gläubiges Umfeld, "christliche Überzeugungsarbeit" oder erweckliche Predigten.

Und auch dafür gibt es jede Menge Beispiele, wenn sich z.B. Kinder völlig anders als ihre gläubigen Eltern entscheiden. Und wie wir aus der Schrift wissen, hat damals selbst die Gegenwart Jesu keinen Glauben gewirkt. Zum Glauben kam, wer von Gott selbst zu Jesus geführt wurde. Das bezeugt Jesus im Hohepriesterlichen Gebet.

Und das ist bis heute so geblieben: "Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat (Johannes 6, 44).

Es ist tröstlich zu wissen, dass es nicht an uns liegt, wenn jemand nicht zum Glauben kommt. Ebenso tröstlich ist auch, dass man sich den Glauben nicht verdienen kann, sondern dass er ohne Ansehen der Person geschenkt wird.

Aber wie sieht es nun mit der persönlichen Verantwortung aus? Ist jemand schuldig wenn er nicht glaubt und / oder ein falsches Evangelium verkündet? Nach biblischen Zeugnis liegt es auch an uns, ob wir im Buch des Lebens stehen und gerettet sind oder ob wir nicht gerettet sind.

Hierüber möchte ich mir aber kein Urteil anmaßen. Gott allein kennt die Herzen und Motive der Menschen und ER wird gerecht richten. Das genügt.

Uns obliegt es Gott zu bitten, dass ER seinen Geist nicht hinweg nimmt, sondern die Herzen für sein Wort öffnet und uns dazu gebraucht den Samen Seines Wortes auszustreuen. Das Wachsen und Gedeihen liegt in Seiner Hand.




Bei dir, Jesu, will ich bleiben,
stets in deinem Dienste stehn;
nichts soll mich von dir vertreiben,
will auf deinen Wegen gehn.
Du bist meines Lebens Leben,
meiner Seele Trieb und Kraft,
wie der Weinstock seinen Reben
zuströmt Kraft und Lebenssaft.

Könnt ich´s irgend besser haben
als bei dir, der allezeit
soviel tausend Gnadengaben
für mich Armen hat bereit?
Könnt ich je getroster werden
als bei dir, Herr Jesu Christ,
dem im Himmel und auf Erden
alle Macht gegeben ist?

Wo ist solch ein Herr zu finden,
der, was Jesus tat, mir tut,
mich erkauft von Tod und Sünden
mit dem eignen teuren Blut?
Sollt ich dem nicht angehören,
der sein Leben für mich gab?
Sollt ich ihm nicht Treue schwören,
Treue bis in Tod und Grab?

Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich
so in Freude wie in Leid;
bei dir bleib ich, dir verschreib ich
mich für Zeit und Ewigkeit.
Deines Winks bin ich gewärtig,
auch des Rufs aus dieser Welt;
denn der ist zum Sterben fertig,
der sich lebend zu dir hält.

Bleib mir nah auf dieser Erden,
bleib auch, wenn mein Tag sich neigt,
wenn es nun will Abend werden
und die Nacht herniedersteigt.
Lege segnend dann die Hände
mir aufs müde, schwache Haupt;
sprich: ´Mein Kind, hier geht´s zu Ende;
aber dort lebt, wer hier glaubt.

Bleib mir dann zur Seite stehen,
graut mir vor dem kalten Tod
als dem kühlen, scharfen Wehen
vor dem Himmelsmorgenrot.
Wird mein Auge dunkler, trüber,
dann erleuchte meinen Geist,
dass ich fröhlich zieh hinüber,
wie man nach der Heimat reist.


(Lied ' Bei dir, Jesu, will ich bleiben ', Karl Johann Philipp Spitta 1801-1859 )




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