Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 29.09.2020
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Habt ihr den Heiligen Geist empfangen?

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Habt ihr den Heiligen Geist empfangen?



Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?

Apg 19, 2


In dem Abschnitt, in dem dieser Vers steht, geht es um Johannesjünger. Diese hatten die Bußpredigten von Johannes dem Täufer gehört und glaubten auch an Jesus Christus, auf den Johannes der Täufer hingewiesen hatte.

Aber die eigentlichen Zusammenhänge des Erlösungswerkes Jesu Christi, das aus Seinem Leiden, Sterben und Auferstehen besteht und dass damit das Entscheidende schon geschehen ist, war ihnen noch nicht bewusst geworden.

Erst als sie davon hörten und das im Glauben annahmen kam der Heilige Geist über sie. Offenbar reicht es nicht aus, "einfach nur so" an Jesus zu glauben, zum Beispiel als ein Vorbild oder guten Menschen.

So ist das bis heute: Wer zum lebendigen Glauben an Jesus Christus, als seinen persönlichen Herrn, Heiland und Erlöser kommt, hat auch den Heiligen Geist. Das entspricht dem neutestamentlichen Zeugnis, zumal es der Heilige Geist ist der in uns den Glauben weckt und uns zum Glauben befähigt.

Deshalb kann Paulus auch schreiben, dass unsere Leiber Tempel des Heiligen Geistes sind und Jakobus weist darauf hin, dass Gott mit Eifer über den Geist wacht, den ER in uns wohnen lässt.

Daneben gibt es noch zahlreiche andere Stellen, die auf den in den Gläubigen wohnenden Geist Gottes hinweisen. Auch darauf dass wir den Geist Gottes durch ein unheiliges Tun nicht betrüben sollen.

Der das Leben gestaltende und verändernde Glaube an Jesus Christus erweist sich damit als ein überaus kostbares - und nicht machbares – Geschenk, das uns unverdientermaßen zuteil wurde.

Für uns bleibt es ein Rätsel, dass wir zum Einen zum Glauben gerufen sind und zu einer Entscheidung aufgefordert werden, auf der anderen Seite aber darauf angewiesen sind, dass uns Gott den Glauben schenkt und uns der Geist Gottes so zubereitet, dass wir ein Ja zum Glauben finden.

Es ist der Geist Gottes, der dem Gläubigen das Wort Gottes aufschließt und Dinge erkennen lässt, die dem Ungläubigen rätselhaft bleiben und ihm eine Torheit sind.

Zum Glauben gefunden und den Geist Gottes geschenkt bekommen zu haben ist Grund zum Danken. Jeder entdeckt durch den Geist Gottes die Gaben, die er hat, und der Heilige Geist kann uns auch noch mit weiteren Gaben ausstatten.

Wir sollen zwar nach Geistesgaben streben, daraus aber kein Leistungsdenken entwickeln und meinen, dass es darauf ankäme, möglichst viele und wenn möglich spektakuläre Geistesgaben zu haben. Hier müssen wir uns vor Irrlehren hüten. Das Neue Testament kennt auch keine Geiststaufe.

Es reicht aus, dass Gott uns eine Umkehr und eine Wiedergeburt geschenkt hat und dass wir danach leben. Mehr bedarf es nicht.




Aus Gnaden soll ich selig werden!
Herz, glaubst du´s, oder glaubst du´s nicht?
Was willst du dich so blöd´ gebärden?
Ist´s Wahrheit, was die Schrift verspricht,
So muss auch dieses Wahrheit sein:
Aus Gnaden ist der Himmel dein.

Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen,
Die eignen Werke fallen hin;
Gott, der aus Lieb´ im Fleisch erschienen,
Bringt uns den seligen Gewinn,
Dass uns sein Tod das Heil gebracht
Und uns aus Gnaden selig macht.

Aus Gnaden! Merk dies Wort: Aus Gnaden.
Sooft dich deine Sünde plagt,
Sooft dir will der Satan schaden,
Sooft dich dein Gewissen nagt.
Was die Vernunft nicht fassen kann,
Das beut dir Gott aus Gnaden an.

Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden
Und übernahm die Sündenlast.
Was nötigt´ ihn, dein Freund zu werden?
Sag´s, wo du was zu rühmen hast!
War´s nicht, dass er dein Bestes wollt´
Und dir aus Gnaden helfen sollt´?

Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben,
Solange Gott wahrhaftig heißt.
Was alle Knechte Jesu schreiben,
Was Gott in seinem Wort anpreist,
Worauf all unser Glaube ruht,
ist Gnade durch des Lammes Blut.

Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben.
Ich fühle nichts, doch mir ist wohl;
Ich kenn´ mein sündliches Verderben,
Doch auch den, der mich heilen soll.
Mein Geist ist froh, die Seele lacht,
Weil mich die Gnade selig macht.


(Lied ' Aus Gnaden soll ich selig werden! ', Christian Ludwig Scheidt 1742 )




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