Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 18.11.2019
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Leuchten wie des Himmels Glanz

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Leuchten wie des Himmels Glanz



Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande. Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.

Daniel 12, 2.3.


Die Zeit heilt alle Wunden, sagt ein Sprichwort. Das trifft zwar nicht in allen Fällen zu, ist aber im Prinzip richtig. Weil das so ist, denken viele, dass vorbei, vorbei ist und dass die Dinge, in der gleichen Weise an Bedeutung verlieren, wie sie auch in der Erinnerung verblassen, bis sie am Ende so weit zurückliegen, dass sie ausgelöscht und "nicht mehr wahr sind".

Und eben das ist die ganz große Illusion, vor der uns das Wort Gottes eindringlich warnt. Weil nichts, aber auch gar nichts ungeschehen gemacht werden kann, bleiben die Dinge, bis in alle Ewigkeit, so wie sie sind und waren, und deshalb bleibt tatsächlich nichts unvergessen.

Manch einer, der sich in akuter Lebensgefahr befand, sah, in der "letzten Sekunde", plötzlich sein ganzes Leben, in all seinen, noch so kleinen und unbedeutenden Einzelheiten, an seinem inneren Auge vorüberziehen.

Man könnte jetzt fragen, ob denn dazu eine Sekunde reicht. Hierzu kann man nur antworten, dass niemand sagen kann, wie lang eine Sekunde "wirklich" ist und was sich in einer Sekunde, die sich in weitere winzigste Zeiträume aufteilen lässt, alles unterbringen kann.

Von daher sind Aussagen wie, "da spürt man nicht viel, das ist gleich vorbei", sehr fragwürdig. Eine Sekunde kann einem wie eine Ewigkeit vorkommen.

Unser Zeitgefühl etwas höchst Subjektives, denn das, was wir als Zeit erleben und wie wir sie erleben, hat mit der eigentlichen Wirklichkeit nichts zu tun.

Und da ist es nicht so abwegig, dass uns in der Ewigkeit, vor dem Richterstuhl Christi, einmal unser ganzes Leben vor Augen steht, und vor diesem Richterstuhl bestehen wir nur, wenn uns unsere Sünden nicht angerechnet werden.

Das Einzige, was Geschehenes zwar nicht auslöschen aber bewirken kann, dass es uns nicht angelastet wird, ist das Blut Jesu Christi.

Bereits Daniel wird gesagt, dass es eine Auferstehung gibt. Für die einen zum ewigen Leben und für die anderen, die sich ihre Schuld nicht haben tilgen lassen, zu ewiger Schmach und Schande, weil sie ihre Taten bis in alle Ewigkeit nicht loswerden können.

Sie bleiben an ihnen wie bleierne Gewichte hängen. Diese hätte ihnen allein Jesus abnehmen und an sein Kreuz heften können.

Es ist eine schreckliche Vorstellung, Sünden nie mehr loswerden zu können! Das ist die Hölle!

Es gibt aber noch einen weiteren Vers, der auf das Preisgericht vor dem Richterstuhl Christi hinweist. Auch wenn uns unsere Sünden nicht mehr angelastet werden und damit kein Hindernis mehr für den Weg in den Himmel sind, werden diejenigen, die anderen den Weg in den Himmel gewiesen und entsprechend gelehrt haben, einmal besonders belohnt:

Leuchten wie des Himmels Glanz und wie die Sterne immer und ewiglich!

An dieser großen Belohnung wird erkennbar, wie sehr Gott an der Rettung der Menschen gelegen ist.

Denn Gott möchte dass allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, damit sie gerettet werden.

Aber Gott ist auch gerecht. Bei IHM bleibt Sünde immer Sünde. Und ER nimmt nur das Lösegeld an, das sein Sohn für uns bezahlt hat. Allerdings müssen wir bereit sein, für uns zahlen zu lassen.

Um zu "lehren" und Wegweiser auf Christus zu sein, reicht es aus ein wiedergeborener Christ zu sein, der weiß, "wo es langgeht" und das den anderen bezeugen kann. Nicht nur kann, sondern auch tut!

Hier dürfen wir uns durch eine weichgespülte Verkündigung, die dem Wort Gottes den Ernst und die Schärfe nimmt, nicht beirren lassen.




Es ist gewisslich an der Zeit,
dass Gottes Sohn wird kommen
in seiner großen Herrlichkeit,
zu richten Bös und Fromme.
Da wird das Lachen werden teu´r,
wenn alles wird vergehn im Feu´r,
wie Petrus davon schreibet.

Posaunen wird man hören gehn
an aller Welten Ende,
darauf bald werden auferstehn
die Toten all behände;
die aber noch das Leben han,
die wird der Herr von Stunden an
verwandeln und erneuen.

Danach wird man ablesen bald
ein Buch, darin geschrieben,
was alle Menschen, jung und alt,
auf Erden je getrieben;
da dann gewiss ein jedermann
wird hören, was er hat getan
in seinem ganzen Leben.

O weh dem Menschen, welcher hat
des Herren Wort verachtet
und nur auf Erden früh und spat
nach großem Gut getrachtet!
Er wird fürwahr gar schlecht bestehn
und mit dem Satan müssen gehn
von Christus in die Hölle.

O Jesu, hilf zur selben Zeit
von wegen deiner Wunden,
dass ich im Buch der Seligkeit
werd angezeichnet funden!
Daran ich denn auch zweifle nicht,
denn du hast ja den Feind gericht
und meine Schuld bezahlet.

Derhalben mein Fürsprecher sei,
wenn du nun wirst erscheinen,
und lies mich aus dem Buche frei,
darinnen stehn die Deinen,
auf dass ich samt den Brüdern mein
mit dir geh in den Himmel ein,
den du uns hast erworben.

O Jesu Christ, du machst es lang
mit deinem Jüngsten Tage;
den Menschen wird auf Erden bang
von wegen vieler Plage.
Komm doch, komm doch, du Richter groß,
und mach uns bald in Genaden los
von allem Übel! Amen.


(Lied ' Es ist gewißlich an der Zeit ', Bartholomäus Ringwaldt (1530 - 1599) )




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