Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 21.10.2019
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Gott, ein Freund des Lebens

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Gott, ein Freund des Lebens



Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!

Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod.

Psalm 90, 3 u.1. Kor 15, 26


Scheinbar widersprüchliche biblische Aussagen erwecken mein besonderes Interesse.

Es geht um den Tod und das Sterben, wobei es so ist, dass Gott die Menschen sterben lässt, ihrem Leben eine Ende setzt oder sogar den Todesengel schickt - und dann lesen wir Gegenteiliges, nämlich dass der Tod der Feind Gottes ist, der von Jesus besiegt wurde.

Wie passt das zusammen?

Am Besten fängt man ganz von vorne an, wo Gott den ersten Menschen im Paradies sagt, dass das Essen von der verbotenen Frucht den Tod zu Folge hat.

Mit dem Essen der verbotenen Frucht, mit dem Unglauben gegenüber Gottes Wort und dem Seinwollen wie Gott, kam der Tod in die Welt, und seitdem ist der Tod der Sünde Sold, wie es in der Schrift heißt.

Die Sünde trennt von Gott als der Lebensquelle, und seit dem Sündenfall ist die Schöpfung deshalb dem Tod und der Vergänglichkeit anheimgefallen, weshalb auch wir, selbst wenn wir Christen sind, sterben müssen.

Der Tod ist und bleibt aber ein Fremdkörper, also etwas, was ursprünglich nicht in Gottes sehr gute Schöpfung gehört, weshalb der Tod, seinem Wesen nach, ebenso wie die Sünde, ein Feind Gottes ist.

Gott ist ein Freund des Lebens, des Kreativen, aber kein Gott des Todes und damit des Destruktiven.

Durch die Trennung von Gott, steht der natürliche Mensch allerdings unter dem Zorn Gottes, wobei der Tod erst und nur dann tätig werden kann, wenn es Gott bestimmt und zulässt.
Und damit ist es Gott, der unser Leben beendet, wobei es Gott auch möglich wäre, Seinen Lebensodem zurückzunehmen, ER also nicht auf den Tod angewiesen ist.

In Psalm 90, Vers 7 heißt es:

"Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahin müssen."

In Hesekiel 33, Vers 11, steht dann etwas ganz anderes:

"So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe."

Obwohl Gott den Tod und das Sterben zulässt, ist ER trotzdem kein Freund des Todes und im Eingangsvers zur heutigen Betrachtung, spricht Gott nach dem Sterben, "kommt wieder Menschenkinder".

Gott ist hier wie ein Vater, der aufgrund seiner absoluten Gerechtigkeit Strafe verhängen und uns die Folge der Sünde tragen lassen muss, das aber nur ungern tut, wobei IHM das Mittel, dass dazu eingesetzt wird, von Herzen zuwider ist.

Aber was können wir dafür, dass Adam und Eva von der verbotenen Frucht gegessen haben? Ist Gott da nicht ungerecht?

Man kann sich das so vorstellen, dass alle Nachkommen die falsche Grundhaltung der ersten Menschen übernommen haben, weshalb man von "Erbsünde" oder besser "Ursünde" spricht, die das menschliche, gegen Gott gerichtete Verhalten, von Grund auf prägt und von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Vergleichbar ist das mit Eltern, die das große Vermögen der Familie in einer so nachhaltigen Weise verprasst haben, dass die Nachkommen den angerichteten Schaden nie mehr ausgleichen können.

Der einzige der den Schaden ausgleichen kann ist Gott selber, der dazu seinen Sohn in die Welt gesandt hat. Und so lesen wir im Römerbrief, dass so, wie durch einen Menschen der Tod in die Welt gekommen und zu allen Menschen durchgedrungen ist, durch Christus das Leben wiedergebracht wurde.

Der Preis für den Abfall von Gott hat Jesus bezahlt und dadurch Teufel, Tod und Hölle besiegt, weshalb der Tod keine Macht mehr über uns hat, wenn wir zu Jesus gehören. Unser Sterben trennt uns dann nicht mehr von Gott und seinem Sohn, sondern ist das Tor in ein neues Leben in der Gemeinschaft mit IHM.

In der Adventszeit wollen wir uns deshalb auch neuerlich bewusst machen, was uns durch die Geburt dieses Kindes, der an Weihnachten gedacht wird, geschenkt wurde.

Unter diesem Blickwinkel wollen wir deshalb den immer gleichen Leitspruch zum 2. Advent verinnerlichen:

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.
Lukas 21, 28




Gott sei Dank durch alle Welt,
der sein Wort beständig hält
und der Sünder Trost und Rat
zu uns hergesendet hat.

Was der alten Väter Schar
höchster Wunsch und Sehnen war
und was sie geprophezeit,
ist erfüllt in Herrlichkeit.

Sei willkommen, o mein Heil!
Dir Hosianna, o mein Teil!
Richte du auch eine Bahn
dir in meinem Herzen an.

Tritt der Schlange Kopf entzwei,
dass ich, aller Ängsten frei,
dir im Glauben um und an
selig bleibe zugetan,

dass, wenn du, o Lebensfürst,
prächtig wiederkommen wirst,
ich dir mög entgegengehn
und vor dir gerecht bestehn.


(Lied ' Gott sei Dank durch alle Welt ', Heinrich Held (1620 - 1659) )




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