Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 25.06.2019
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"Lasst uns essen und trinken"

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"Lasst uns essen und trinken"



Lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot!

1. Korinther 15, 32


Das war schon immer der Leitspruch all derer, die keine, über das Irdische hinausgehende, bleibende Hoffnung haben. Und heute müsste man vielleicht noch anfügen „und lasst uns Lust, Spaß und abwechslungsreichen Sex“ haben.

Vor allem Sex! Wenn ich die Talkrunden und Diskussionen Revue passieren lasse, die im Vorfeld des Papstbesuches im Fernsehen übertragen wurden, ging es, direkt oder indirekt immer nur um diese eine Thema:

„Welche Haltung hat der Papst bzw. die katholische Kirche zur Homosexualität, zum Zölibat, zur Verhütung, zu Geschiedenen, zum vorehelichen Sex, zum sexuellen Missbrauch, zu Priesterinnen?“

Und dann wurde heftig debattiert und gesagt, dass Papst und die Kirche rückständig sind und bald untergehen müssten, wenn sie sich nicht zu den „dringend notwendigen Reformen“ entschließen könnten und dass Protest „von Unten“ angesagt sei.

Als lutherischer Christ teile ich keinesfalls alle Auffassungen der katholischen Kirche. Und das eine oder andere könnte sicher auch reformiert werden, ohne dem Evangelium Abbruch zu tun.

Was mir aber immer wieder unangenehm auffiel, war die Diesseitigkeit der Diskussionen. Es wurde ständig so getan, als wenn es am Papst bzw. der Kirchenleitung liegt, wenn bestimmte Dinge so oder so gesehen werden und dass man das alles dem Publikumsgeschmack bzw. dem Zeitgeist entsprechend ändern könne, wenn man nur wolle.

Was nicht zur Sprache kam war, dass die Kirche eben nicht nach eigenem Gutdünken schalten und walten kann, sondern dass sie grundsätzlich im Gehorsam gegenüber Gott und seinem Wort gebunden ist, wobei jetzt nicht geprüft werden soll, ob alles das, was die katholische Kirche lehrt, wirklich biblisch ist.

Es geht darum hervorzuheben, dass die Kirche einer höheren, zeitlos gültigen Ordnung verpflichtet ist. Und danach ist die Frage nicht die, was den Menschen gefällt und was die Kirche „attraktiv“ macht, sondern was Gott gefällt.

Die Frage ist, was jeweils als Gottes Wille erkannt wurde und worin das Gewissen deshalb gebunden ist.

Und genau das ist es, was nicht gesehen wird und wo alle Diskussionen nutzlos bleiben und ins Leere laufen.

Es geht um mehr, als nur um Essen und Trinken, kurzum um Konsum, Lust- und Spaßgesellschaft, wobei auch diese Dinge, als Gaben Gottes, nicht gering geschätzt werden sollen.

Es geht um ewiges Leben oder ewigen Tod. Darauf muss abgehoben werden!

Heute, am Erntedankfest, wollen wir Gott dafür danken, dass wir in reichem Maße auch die Dinge haben, die für den diesseitigen Menschen der einzige Lebensinhalt zu sein scheinen.

Tatsächlich ist aber auch der diesseitige Mensch damit nicht wirklich zufrieden, weil er instinktiv spürt, dass das nicht schon alles gewesen sein kann. Das ist der Punkt, an dem wir mit unserem Glaubenszeugnis ansetzen können.

Die ungute Alternative zum Glauben, ist die selbstzerstörerische Sucht nach immer Höher, Schneller, Besser, Schöner, die letztlich nur zu innerer Leere führen kann.




Wohl denen, die da wandeln
Vor Gott in Heiligkeit,
Nach seinem Worte handeln
Und leben allezeit,
Die recht von Herzen suchen Gott
Und seine Zeugnis halten,
Sind stets bei ihm in Gnad.

Von Herzensgrund ich spreche:
Dir sei Dank allezeit,
Weil du mich lehrst die Rechte
Deiner Gerechtigkeit.
Die Gnad auch fürder mir gewähr;
Ich will dein´ Rechte halten,
Verlass mich nimmermehr.

Mein Herz hängt treu und feste
an dem, was dein Wort lehrt.
Herr, tu bei mir das Beste,
sonst ich zuschanden werd.
Wenn du mich leitest, treuer Gott,
so kann ich richtig laufen
den Weg deiner Gebot.

Dein Wort, Herr, nicht vergehet,
Es bleibet ewiglich,
So weit der Himmel gehet,
Der stets beweget sich;
Dein Wahrheit bleibt in Ewigkeit,
Gleich wie der Grund der Erden,
Durch deine Hand bereit´.


(Lied ' ', Nach Cornelius Becker 1628 )




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