Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 26.09.2020
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Gottes freie Gnadenwahl

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Gottes freie Gnadenwahl



Gott spricht:
»Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.« So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.

Gott will:
dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
1. Timotheus 2, 4

Rö 9, 15.16 u. 1. Ti. 2.4


Handelt Gott willkürlich oder will ER tatsächlich jeden retten? Zwischen den Aussagen im Römerbrief und denen im Brief an Timotheus scheint sich ein Widerspruch aufzutun.

Und tatsächlich führt „Gottes freie Gnadenwahl, so lautet die Überschrift im Römerbrief, immer wieder zu Schwierigkeiten und Irritationen. Denn wenn es allein an Gott liegt, ob ich gerettet werde oder nicht, weil eigenes Bemühen überhaupt nichts bringt, kann ich dann überhaupt verantwortlich gemacht werden?

Aber liegen die Dinge wirklich so einfach?

Ich denke nicht, denn eigentlich liegt die Aussage in Römer 7 völlig auf biblischer Linie, wonach wir Gott gegenüber keinerlei Ansprüche haben, uns allein der Glaube rettet, wobei dieser ein Geschenk Gottes ist.

Und ein Geschenk erfolgt immer aus Liebe und damit freiwillig, ohne jeden Zwang und ohne jede Verpflichtung. So jedenfalls schenkt Gott. Nur unter Menschen mag das manchmal anders sein.

Wenn sich Gott eines Menschen erbarmt, dann deshalb, weil das Sein freier Entschluss ist. Für das Schenken Gottes gibt es kein Limit, deshalb kann sich Gott eines jedes Menschen in dieser Weise erbarmen.

Nun sagt Jesus aber auch, dass viele berufen aber nur wenige auserwählt sind (Matthäus 22 ,14). Heißt das nun doch wieder, dass Gott willkürlich handelt und es eine Vorherbestimmung gibt, wie das schon in der Prädestinationslehre behauptet wurde?

Andererseits sagt Jesus auch, dass die Ernte groß ist, aber es nur wenige Arbeiter hat (Matthäus 9, 37), was soviel bedeutet, dass es eine große Zahl von Menschen für das Reich Gottes einzusammeln gilt.

Woran liegt es nun, dass die einen zum Glauben kommen und die anderen nicht? War Gott den „Anderen“ gegenüber etwa nicht gnädig? Das aber kann nicht sein, weil Gott nicht ungerecht ist, wie Paulus in Römer 9, 14 schreibt.

Was mir dazu einfällt sind Forschungsergebnisse im Bezug auf das Kaufverhalten, wonach eine Entscheidung im Unterbewusstsein getroffen wird, die dem Käufer erst bewusst wird, wenn er sich konkret für ein Produkt entscheidet und den Kauf tätigt.

Wenn jemand einen bewussten Entschluss fasst und ausspricht, dann also nicht spontan, wie es manchmal den Eindruck hat, sondern weil schon lange vorher die Weichen dafür gestellt wurden.

Daraus zu schließen, dass der Mensch keinen freien Willen hat, wie es schon geschehen ist, wäre sicher falsch, wenngleich Martin Luther vom unfreien Willen des Menschen sprach, wenn auch in einem anderen Zusammenhang. Luther ging es um die Bindung des Willens an die Sünde.

Die Bibel spricht hier vom Herzen des Menschen, als dessen tiefsten innersten Wesenskern, in dem die Entscheidungen fallen und aus dem auch alle bösen Gedanken kommen, für die wir aber trotzdem verantwortlich sind. Und Gott sieht das Herz an, während der Mensch nur das sieht, was vor Augen ist, wie die Schrift sagt.

Dass unsere Entscheidungen im Herzen getroffen werden, auch wenn das nicht immer sofort bewusst wird, wird erkennbar wenn wir plötzlich spüren, dass dieses oder jenes Angebot „genau das Richtige“ für uns ist.

Das Erbarmen Gottes hängt von der Herzenshaltung des Menschen ab. Erwählt ist demnach derjenige, der sich hat erwählen lassen und das sind, geht man nach dem äußeren Eindruck, nur wenige.

Es bleibt ein Geheimnis, warum die einen „erwählt“ sind und die anderen nicht. Sicher ist nur soviel, dass Gott nicht ungerecht ist, denn das würde seiner Heiligkeit und absoluten Gerechtigkeit widersprechen.

Wir können niemanden ins Herz sehen und deshalb auch nicht urteilen, sondern Gott nur bitten, dass ER Menschenherzen verändert, denn ER kann „Menschenherzen lenken wie Wasserbäche“, uns selbst im Glauben bewahrt und als Arbeiter für seine Ernte zubereitet und gebrauchen kann.




Ach bleib mit deiner Gnade
Bei uns, Herr Jesu Christ,
Dass uns hinfort nicht schade
Des bösen Feindes List!

Ach bleib mit deinem Worte
Bei uns, Erlöser wert,
Dass uns beid´ hier und dorte
Sei Güt´ und Heil beschert!

Ach bleib mit deinem Glanze
Bei uns, du wertes Licht;
Dein´ Wahrheit uns umschanze,
Damit wir irren nicht!

Ach bleib mit deinem Segen
Bei uns, du reicher Herr!
Dein´ Gnad´ und all´s Vermögen
In uns reichlich vermehr!

Ach bleib mit deinem Schutze
Bei uns, du starker Held,
Dass uns der Feind nicht trutze,
Noch fäll´ die böse Welt!

Ach bleib mit deiner Treue
Bei uns, mein Herr und Gott!
Beständigkeit verleihe,
Hilf uns aus aller Not!


(Lied ' Ach bleib mit deiner Gnade ', Josua Stegmann, 1628 )




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