Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 29.09.2020
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Ostersonntag

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Ostersonntag



Jesus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Offenbarung 1,18


Jesus war am Kreuz gestorben und anschließend in einer Gruft beigesetzt worden. Er war tot und teilte damit das Schicksal aller Menschen. Und doch ist dann alles ganz anders gekommen.

Mit dem Tod ist alles aus, ein Abschied für immer, es ist alles zu Ende, so ist die Sichtweise oder doch zumindest das Empfinden auch derer, die sich Christen nennen und selbst die Jünger Jesu machten davon keine Ausnahme.

Man kann es mit Worten gar nicht beschreiben, welche Wirkung es hätte, wenn ein Toter und Begrabener plötzlich wieder lebendig vor einem stünde. Man stelle sich vor, da käme eine Trauergemeinde von einer Beerdigung nach Hause und würde, dort angekommen, von dem soeben Beerdigten in alter Frische begrüßt.

Nur wenn man versucht, sich dies ein Stückweit vorzustellen, bekommt man eine Ahnung davon, welche Wirkung die Auferstehung Christi auf die Jünger haben musste und welche Begeisterung und welchen Osterjubel, der bis heute nachhallt, das ausgelöst haben muss.

Natürlich ist die Auferstehung Christi etwas völlig anderes, als wenn gewöhnliche Menschen, solche wie du und ich, wieder auferstehen würden. Das würde in unserer Welt zu unlösbaren Problemen führen. Man denke nur an die daraus resultierenden Versorgungsprobleme bis hin zu wertlos gewordenen Testamenten.

In dieser Welt können wir uns eine Auferstehung der Toten, von besonders tragischen Einzelfällen vielleicht abgesehen, wo es aber auch nur um die Verlängerung des sterblichen Lebens gehen könnte, weder wünschen noch leisten.

Die Auferstehung der Toten ist deshalb auch für Gottes neue Schöpfung, in einer neuen Welt, mit einer völlig anderen Weltordnung, vorgesehen und Jesus Christus ist hier "nur" der Erste, der Anfang dieser Neuschöpfung, der uns zeigt, dass unser biologischer Tod nicht das Letzte ist und uns unser Empfinden angesichts des Todes, "alles aus", "Abschied für immer", "alles zu Ende", ganz gewaltig trügt und dass es eine berechtigte Hoffnung über den Tod hinaus gibt.

Und das ist das Frohmachende an der Osterbotschaft, dass wir eine völlig neue Perspektive bekommen, die zu einer Hoffnung führt, die unser Leben von Grund auf umkrempelt und uns zu völlig neuen Menschen, mit völlig anderen Maßstäben, werden lässt.

Die Worte Jesu, die der heutigen Betrachtung zugrunde liegen, lassen zum einen spüren, welche ungeheure Macht der Tod hat, der wir machtlos gegenüberstehen und die deshalb zu dem Empfinden des Absoluten und Unausweichlichen führt. Zum anderen wird sichtbar, wie unvorstellbar gewaltig der Sieg Christi über den Tod ist und dass wir, wenn wir uns zu Christus halten, in diesen Sieg mit hineingenommen werden.

Jesus Christus präsentiert sich hier nicht nur als der Auferstandene, sondern auch als derjenige, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist und der die Schlüssel des Todes und der Hölle hat. Was das genau bedeutet, können wir, die wir die unsichtbare Welt nicht kennen, allenfalls erahnen. Eines aber wird klar: An Jesus Christus, und seiner unvorstellbaren und absoluten Machtfülle, führt auch in Zukunft kein Weg vorbei. Für niemanden! Wohl dem, der sich zu ihm hält.


Christ lag in Todesbanden,
Für unsre Sünd' gegeben,
Der ist wieder erstanden
Und hat uns bracht das Leben.
Des wir sollen fröhlich sein,
Gott loben und dankbar sein
Und singen: Halleluja!
Halleluja!

Den Tod niemand zwingen konnt'
Bei allen Menschenkindern;
Das macht alles unser' Sünd',
Kein' Unschuld war zu finden.
Davon kam der Tod so bald
Und nahm über uns Gewalt,
Hielt uns in sei'm Reich gefangen.
Halleluja!

Jesus Christus, Gottes Sohn,
An unser Statt ist kommen,
Und hat die Sünde abgethan,
Damit dem Tod genommen
All sein Recht und sein' Gewalt,
Da bleibt nichts denn Tod's Gestalt,
Den Stachel hat er verloren.
Halleluja!

Es war ein wunderlicher Krieg,
Da Tod und Leben rungen;
Das Leben, das behielt den Sieg,
Es hat den Tod verschlungen.
Die Schrift hat verkündet das,
Wie ein Tod den andern fraß,
Ein Spott der Tod ist worden.
Halleluja!


(Lied 'Christ lag in Todesbanden',
Autor: Martin Luther 1524 nach dem lateinischen Victimae paschali laudes)




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