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Tagesleitzettel - die tägliche Bibellese vom 17.11.2017

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Der richtige Blick und die richtige Richtung sind sehr wichtig in unserm Leben!

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Psalm 121,1-2

Wie ein Kind so will ich glauben,
nur auf meinen Gott vertraun,
wenn der Feind mir das will rauben,
brauch` ich nur auf Jesus schaun.

Frage: Welches ist dann die richtige Blickrichtung in unserem Leben, dass wir das richtige Ziel nicht verpassen?

Vorschlag: Die Bibel sagt: Alle Augen schauen auf dich. Der lebendige Gott ist allein derjenige, der uns wahrhaft helfen kann. Er ist voll Liebe und Leidenschaft für uns, seine Geschöpfe. Er hat uns so lieb, dass er seinen einzigen Sohn dahingab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben (Johannes 3,16).

Der Segen der Fürbitte



Dieser Anhang zum Thema Gebet wurde folgendem E-Book (Kapitel 11: 'Der Segen der Fürbitte') entnommen:


FCDI-EBook 1-010

Jesu meine Freude

Kinder Gottes sind Freudenmenschen
Autor: Heinrich Müller (1897 - 1971);
PDF-Format A5, 0,73 MByte; 123 Seiten

Im Kontakt zum Heiland Jesus Christus erwächst uns wahre Freude. Daher wird in diesem Buch auch besonders auf die Bedeutung der Stille vor Gott eingegangen, aber auch Glaubensproben werden nicht verschwiegen und viele weitere Themen und wertvolle Hinweise gegeben.

Hinweis: Der Inhalt kann auch in gedruckter Form bei der
ev. Volks- und Schriftenmission Lemgo-Lieme bestellt werden!


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Das Leben der Kinder Gottes wird durch den Umgang mit ihrem Herrn alle Tage herrlicher. Täglich dürfen sie neue Erfahrungen mit ihrem Heiland machen. Immer wieder erleben sie, dass das Gebet eine Macht ist; sie setzen durch das Gebet den Arm Gottes in Bewegung. Ein rechter Beter bleibt aber nicht bei den persönlichen Bitten stehen. In der Heiligen Schrift werden die Gläubigen immer wieder zur Fürbitte aufgefordert. Sie sollen durch ihr Gebet den großen Liebesplan ihres Gottes unterstützen. Je inniger sie mit dem Herrn verbunden sind, desto mehr bringen sie die Not ihrer Mitmenschen dem Herrn. Bei der Fürbitte denken Kinder Gottes nicht an ihr Wohlergehen, sondern stehen als Priester vor dem Herrn.


Vorbilder in der Fürbitte

Herrliche Vorbilder haben wir in der Heiligen Schrift von solchen, die in der Fürbitte beharrten. Abraham, der Vater des Glaubens, steht vor uns als einer, der die Fürbitte übte. Er hatte sich unterwunden, mit Gott zu reden, wiewohl er Staub und Asche war. Sein Herz entbrannte angesichts des angekündigten Untergangs von Sodom und Gomorra. Da betete Abraham: "Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen? Es möchten vielleicht 50 Gerechte in der Stadt sein, wolltest du sie umbringen und dem Ort nicht vergeben um der 50 Gerechten willen? Das sei ferne von dir, der du aller Welt Richter bist, du wirst so nicht richten!" Der Herr antwortete dem Abraham: "Finde ich 50 Gerechte zu Sodom in der Stadt, so will ich um ihretwillen dem ganzen Ort vergeben!" Da denkt Abraham, es könnten weniger sein, wenn's 45 wären oder 40 oder 30 oder 20 oder 10? Gott spricht: "Ich will sie nicht verderben um der 10 willen." Abraham denkt: Nun ist Sodom gerettet! - Wären 10 Gerechte in der Stadt gewesen, würde sie nicht untergegangen sein. - Wem hätten die Menschen es zu verdanken gehabt? Der Fürbitte Abrahams! - Was die Fürbitte ausrichtet, zeigt uns die Geschichte der Amalekiterschlacht bei Raphidim. Lange Zeit wogte der Kampf hin und her. Endlich gewann Israel den entscheidenden Sieg. Wo lag die Entscheidung? Nicht bei Josuas Kriegskunst, nicht bei Israels Tapferkeit. Sie lag auf dem Hügel, wo Mose betende Hände aufhob! Wenn er seine Hände aufhob, siegte Israel, aber sobald er sie sinken ließ, war der Sieg auf Amaleks Seite. Endlich stellten sich Aaron und Hur unter seine Hände, sie zu stützen. Da konnte Mose ohne Unterbrechung seine betenden Hände emporheben, und der Sieg war errungen. Jetzt erlebten sie es: "O der unbekannten Macht von des Heil'gen Beten, ohne das wird nichts vollbracht, so in Freud als Nöten. Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde, so zum End der Feinde."

Welch ein treuer Beter war Samuel! Einst hatte ihn die Mutter unter einem betenden Herzen getragen. Wer einmal aufmerksam seine Lebensgeschichte liest, erkennt, dass er im Heiligtum lebte. Nur ein Bild aus seinem Leben: Die Kinder Israel waren in Mizpa zusammen, denn sie fürchteten sich vor den Philistern, und sprachen zu Samuel: "Lass nicht ab, für uns zu schreien zu dem Herrn, unserem Gott, dass er uns helfe aus der Philister Hand!" Samuel schrie zu dem Herrn und der Herr erhörte ihn. 1.Sam. 7,8 ff.

Vor uns steht E l i a. Auch er war ein Mann des Gebetes. Immer wieder finden wir in seinem Leben die Wahrheit der Worte, die er selber einmal ausspricht: Der Gott, vor dem ich stehe! Ein Mann des Gebets war auch Daniel. "Er hatte aber an seinem Söller offene Fenster gegen Jerusalem und fiel des Tages dreimal auf seine Knie. Als er die Sünden des Volkes sah, tat er Buße für seine Brüder und flehte zehnmal nacheinander: Wir haben gesündigt und Übel getan." Er betete, bis Gott eingriff und das Volk aus der Gefangenschaft heimkehren durfte. - Ja, selig, wer im Weltgebrause nach der ob'ren Gottesstadt, nach dem ew'gen Vaterhause stets ein Fenster offen hat. Wo er kniend im Gebete seine Seufzer heimwärts schickt und in Früh- und Abendröte nach den Bergen Zions blickt!

Der größte Beter aller Zeiten war unser Herr Christus. Sein ganzes Leben war der Fürbitte gewidmet. Er betete für Simon Petrus, dass sein Glaube nicht aufhöre. Er betete für seine Jünger und alle, die durch ihr Wort an ihn glauben würden. Der Herr Christus hat nicht nur auf Erden gebetet, sondern er vertritt uns als der große Hohepriester zur Rechten des Vaters. "Er lebt immerdar und bittet für sie", sagt der Schreiber des Hebräerbriefes. Wie gut, dass wir wissen: Der Herr Christus kennt unser Leben, unsere Nöte und Schwierigkeiten. Er kennt unsere Schwachheiten und weiß, wie groß die Gefahr ist, dass wir unterliegen und überwunden werden. Deshalb tritt er beim Vater für uns ein. In der Ewigkeit werden wir es einmal erfahren, was wir der Fürbitte Jesu zu verdanken haben. Das Bewusstsein, dass wir einen Fürsprecher beim Vater haben, sollte uns zu tiefer Anbetung veranlassen.

Nicht nur das Leben Jesu, der Propheten und Apostel zeigt uns die Bedeutung der Fürbitte, sondern auch das Leben der Großen im Reiche Gottes, sowie aller Kinder Gottes. Welch ein großer Beter war D. Martin Luther! Drei Stunden lag er täglich auf den Knien, und er durfte die Bande zerbrechen. Wie werden wir tief beschämt, wenn wir an seinen Ausspruch denken: "Je mehr Arbeit ich habe, desto mehr Zeit brauche ich für das Gebet!" Wie aber heißt es bei uns? "Je mehr Arbeit, desto weniger Zeit für Gott!" Kommt bei uns nicht erst die Arbeit und dann die Stille für den Herrn? Dass doch auch wir wie D. Martin Luther das Gebet so in den Vordergrund stellten! Dann würden Ströme des Segens von uns ausgehen.

- John Knox, der Reformator Schottlands, lag oft stundenlang auf den Knien und rief zu Gott um Errettung unsterblicher Seelen. Wie ergreifend ist sein Ausspruch: "Gib mir Schottland oder ich sterbe!" Von der Macht seiner Fürbitte bekommen wir einen Eindruck, wenn wir an den Ausspruch der Königin denken: "Ich fürchte die Gebete eines John Knox mehr, denn ein Heer von 20000 Soldaten!" Was für einen Eindruck muss die Königin von der Macht der Fürbitte bekommen haben. Dass doch auch unsere Umgebung durch unser Gebetsleben einen solchen Eindruck von der Macht der Fürbitte bekäme!

Wesley, der Gründer des Methodismus, lag oft halbe und ganze Nächte auf den Knien. Deshalb war sein Leben auch so gesegnet, dass er Tausende zum Herrn führen durfte. Der große Gottesmann Finney betete so, dass ganze Städte unter die Macht und Gewalt des Heiligen Geistes kamen. Von Livingstone wird uns berichtet, dass er vor einer großen Versammlung die ganze Nacht hindurch betete, und am nächsten Tage segnete der Herr den Dienst so, dass 500 zum Glauben kamen. Männer des Gebetes waren Georg Müller, Fritz und Heinrich Cörper, Volkening, Julius Dammann, Kurt von Knobeisdorf, von Viebahn, Dr. Bädeker, Samuel Zeller, Modersohn!

Wir haben aber nicht nur große Beter, sondern auch viele Frauen gehabt, die rechte Priesterinnen waren. Aus der großen Schar erinnere ich nur an einige: Welch eine Priesterin war die württembergische Tabea! Oft lag sie ganze Nächte auf den Knien. Wenn ihre Kinder sie ermahnten, sich doch zu schonen, antwortete sie: "Lasst mich, ich habe so viel zu beten für die unbekehrten Verwandten und Nachbarn, für das Reich Gottes mit seinen vielen Bedürfnissen!"

Welch ein Leben des Gebetes führte die Schwester Eva von Thiele-Winkler! Sie durfte es erleben: Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt! Zu den treuen Beterinnen gehörte auch Frau von Oertzen, die Gründerin des Frauen-Missions-Gebetsbundes, die Gräfin von Waldersee, Frl. von Bülow u. a.

Die Ewigkeit wird es einmal offenbaren, wie viel gewirkt worden ist durch das Gebet der Kinder Gottes, wie viel Gerichte durch das Gebet der Gläubigen zurückgehalten worden sind. Wir werden dereinst staunen, wenn der Herr es offenbaren wird, wie Kinder Gottes seinen Arm in Bewegung gesetzt haben. Ihr Brüder und Schwestern, müssen wir uns nicht beugen über all dem Zukurzkommen im Kämmerlein? Lasst uns um den rechten Gebetsgeist bitten und es mehr als bisher in die Tat umsetzen: "Zu den Höhen aufzusehen, wo der Gott der Gnade thront und mit Beten hinzutreten, wo mein Hohepriester wohnt. Welch ein seliges Geschäfte, das mit Heil und Wonne lohnt!"


Was ist Fürbitte?

Der Apostel Petrus sagt: "Ihr aber seid das königliche Priestertum", d. h. jeder einzelne soll ein Priester sein. Die Priester hatten die Aufgabe, für das ganze Volk fürbittend einzutreten. So soll auch jeder Gläubige ein Priester sein. Er soll die Not seiner Umgebung, die Not des Reiches Gottes ins Heiligtum tragen. Was Fürbitte ist, sehen wir so recht beim Apostel Paulus. Er schreibt im Römerbrief: "Ich habe gewünscht, verbannt zu sein von Christus für meine Brüder, die meine Gefreundeten sind nach dem Fleische." Was soll das heißen? Wir wissen, dass Paulus sehr innig mit seinem Herrn verbunden war. Er konnte sagen: "Christus, der ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn." Und doch sagte er: "Wenn ich die Errettung meiner Brüder dadurch erkaufen könnte, dass ich von Christus verbannt würde, so wäre ich damit einverstanden." So liebte er seine Brüder!
Wo finden wir heute solche Priester? Müssen wir nicht bekennen, dass es viele Kritiker gibt im Reiche Gottes, aber wenig Beter? Wenn in unseren Kreisen weniger kritisiert und mehr gebetet würde, stünde es in mancher Gemeinde, Gemeinschaft und manchem Jugendkreis viel besser! Wir wollen nie vergessen, was der Dichter sagt: "Wer kann sagen und ermessen, wie viel Heil verlorengeht, wenn wir nicht zu ihm uns wenden und ihn suchen im Gebet." Wenn wir mehr priesterlichen Sinn hätten, würden wir in unseren Tagen auch größere Erweckungen erleben. Unser Herr Christus sitzt als der große Hohepriester auf dem Thron zur Rechten des Vaters. Da ist es nun sein Wille, dass wir Anteil haben sollen an dem Priesterdienst. Müssen wir nicht bekennen, dass wir das so wenig verwirklichen? Anstatt für die Andern im Gebet einzutreten, richten und verurteilen wir sie. Dass es doch auch bei uns Wahrheit würde: Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele! Dann würde die Welt uns das Zeugnis ausstellen: Wie haben sie einander so lieb! Die Fürbitte ist die wahre Gemeinschaft der Heiligen. Es gibt eine Gemeinschaft der Heiligen. Wir bekennen im Glaubensbekenntnis: "Ich glaube an die Gemeinde der Heiligen." Was ist das für eine Gnade, wenn die Zäune immer mehr verschwinden! Welch eine Freude, wenn sich die Kinder Gottes aus allen Kreisen im Gebet vereinigen! Diese Gemeinschaft umfasst nicht nur alle Gläubigen auf Erden, sondern auch die Schar derer, die überwunden haben durch des Lammes Blut. Von unserem Herrn heißt es: "Gott hat ihn erhöht und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind." Phil. 2, 9-10. Deshalb: "Kinder Gottes, lasst uns beten, denn der Herr befiehlt es uns. Und sein Geist will uns vertreten bei der Schwachheit unseres Tuns. Flehen nur zwei nach seinem Sinn, ist er selbst doch mitten inn'. Und es soll gewiss das Flehen niemals ungehört geschehen."


Für wen sollen wir beten?

Auf diese Frage können wir viele Antworten geben, denn das Gebiet der Fürbitte ist sehr umfangreich. Wir sollen beten für die, die auf dem breiten Wege dahingehen. Wir wollen darum bitten, dass der Herr ihnen die Augen öffne, damit sie ihm ihr Leben weihen. Ungezählte sind von dem breiten Wege unter das Kreuz gebetet worden. Wir sollen aber auch für die Gläubigen beten. Lesen wir einmal die Gebete der Apostel, die uns in ihren Briefen mitgeteilt werden, so machen wir die Entdeckung, dass sie vorwiegend um die Bewahrung der Gläubigen bitten. Paulus schreibt:

Darum auch ich, nachdem ich gehört habe von dem Glauben bei euch an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen, höre ich nicht auf zu danken für euch und gedenke euer in meinem Gebet.

Eph. 1,15-16
Zweierlei schreibt Paulus von den Gläubigen zu Ephesus. Er rühmt ihren Glauben und spricht von ihrer Liebe zu allen Heiligen. Das ist etwas Großes. Wie viele Kinder Gottes gibt es, denen die Liebe zu allen Gläubigen fehlt! In Ephesus hatte man nicht nur Liebe zu einigen Kindern Gottes, sondern zu allen Gläubigen. Gehören auch wir zu denen, die dies gelernt haben? Muss man denn für solche, die so gut stehen, beten? Paulus gibt uns die Antwort in den Versen Eph. l, 17-19:

. . . dass der Gott unseres Herrn Jesu Christi, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung zu seiner selbst Erkenntnis und erleuchtete Augen eures Verständnisses, dass ihr erkennen möget, welche da sei die Hoffnung eurer Berufung, und welcher sei der Reichtum seines herrlichen Erbes bei seinen Heiligen, und welche da sei die überschwängliche Größe seiner Kraft an uns, die wir glauben nach der Wirkung seiner mächtigen Stärke.

Eph. l,17-19
- So gut die Epheser auch standen, soviel Freude sie ihm auch machten, er dachte nicht daran, dass sie jetzt der Fürbitte nicht bedürften. Nein, er wusste: Je besser sie stehen, desto mehr brauchen sie die bewahrende Gnade und die Fürbitte. Er betet darum, dass sie ihren Beruf recht erkennen möchten, den herrlichen Beruf der Gotteskindschaft, und dass sie eingedenk sein möchten des Erbes, das ihrer wartet.

An die Philipper schreibt Paulus:

Darum bete ich, dass eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntnis und Erfahrung, dass ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf dass ihr seid lauter und unanstößig auf den Tag Christi, erfüllt mit den Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen in euch, zu Ehre und Lobe Gottes.

Phil. l,9-11
- Ist die Bitte des Apostels nicht auch in unseren Tagen notwendig? Brauchen die Kinder Gottes nicht mehr Liebe, klarere Gotteserkenntnis, damit sie lauter und unanstößig ihren Weg gehen und erfüllt werden mit den Früchten der Gerechtigkeit? Als Paulus von dem Glauben der Kolosser gehört hat, schreibt er ihnen:

Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wir's gehört haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit Erkenntnis seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verständnis, dass ihr wandelt würdig dem Herrn zu allem Gefallen und fruchtbar seid in allen guten Werken und wachset in der Erkenntnis Gottes und gestärkt werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht zu aller Geduld und Langmütigkeit mit Freuden, und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht.

Kol. l,9-12
- Wenn der Apostel die Fürbitte für die Gläubigen so in den Vordergrund stellte, sollten wir da nicht ein gleiches tun? Fragen wir uns, wie es kommt, dass wir so wenig Fürbitte bei den Aposteln für die Unbekehrten finden, so gibt uns der Herr selber die Antwort im hohepriesterlichen Gebet:

Ich bitte für sie und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein.

Joh. 17,9
Zweimal lesen wir hier die Worte: Ich bitte für sie, und dazwischen: ich bitte nicht für die Welt. Liegt dem Herrn denn nichts an der Errettung der Welt? Wie könnten wir das glauben, da er doch auf dem Wege nach Golgatha ist, als er diese Worte spricht. - Er ist im Begriff, sein Leben zur Erlösung und Errettung der Welt zu geben. - Diese Worte Jesu wollen uns etwas Wichtiges lehren.

Der Weg zur Errettung der Welt geht über seine Jünger. Sie sollen einmal sein Werk fortsetzen. Wenn die Welt an den Kindern Gottes so wenig von dem Glück der Erlösung sieht, sind sie keine Empfehlung für das Christentum! Deshalb ist Fürbitte für alle Gläubigen so wichtig. Der Herr sagt:

Sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, dass sie eins seien, gleichwie wir.

Joh. 17,11
- Wir sehen, welch ein ernstes Anliegen dem Herrn doch die Bewahrung seiner Jünger war.

Dass das Gebet für die Gläubigen berechtigt ist, sehen wir an vielen Beispielen in der Heiligen Schrift. Mit innerer Wehmut stehen wir vor Simson, dem von Gott Erbetenen. Er war ein Verlobter Gottes, dem Herrn zum Dienst geweiht. Er wird ein Sklave der Lüste und zuletzt das Opfer einer lasterhaften Frau. Was hätte aus ihm werden können! Ein Prophet Gottes. Aber seine Sünde wurde zum Triumph der Feinde. Sein Leben gereichte nicht zur Ehre Gottes.

Denkt an Saul. Mit dem Propheten möchte man sagen: Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Der Aufstieg dieses Mannes war wie das Auftauchen eines neuen Sternes, auf den alles Volk sah. Wie stand er einst seinen Neidern gegenüber! Er tat, als hörte er's nicht. Wir lesen, dass der Geist des Herrn über ihn kam. Wie konnte dieser Mann nur durch das Schwert enden? Wenn wir seine Lebensgeschichte lesen, erkennen wir, dass Neid, Hochmut, Ungehorsam, Streben wider Gottes Geist die Ursachen waren. Das tragische Ende dieses Mannes bezeugt uns: Hochmut kommt vor dem Fall.

Ich erinnere an Judas. Drei Jahre wandelte er mit dem Herrn. Er stand unter einem geöffneten Himmel und durfte etwas sehen von der Herrlichkeit Gottes. Drei Jahre hatte er gehört, wie man selig leben und sterben kann, und doch ging er hin und erhängte sich. Welch tiefer Schmerz ging durch die Seele Jesu, als er im Blick auf seine Jünger sagte: "Keiner von ihnen ist verlorengegangen, außer das verlorene Kind." Es war für den Herrn ein Schmerz, dass sich im Kreise seiner Jünger ein Verräter befand.

Unter den Mitarbeitern des Paulus war Demas. Große Hoffnungen hatte man auf ihn gesetzt. Paulus nahm ihn auf seinen Missionsreisen mit, und doch kam der Augenblick, wo der Apostel sagen musste: Demas hat die Welt wieder liebgewonnen. Sehen wir nicht an diesen Beispielen, wie wichtig die Fürbitte für die Kinder Gottes ist? Wenn es möglich war, dass solche Gottesmänner strandeten, sind auch wir nicht sicher. Wenn wir durchkommen wollen, brauchen wir die bewahrende Gnade. Vergiss es nie: "Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns ja kein Schritt, es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit."

Hat es in den Kreisen der Gläubigen nicht an der Fürbitte für die Kinder Gottes gefehlt? Haben wir nicht gedacht, mit der Bekehrung sei alles gut? Ihr lieben Geschwister, lasst uns mehr als bisher für die Gläubigen beten! Wenn die Kinder Gottes im rechten Wandel vor dem Herrn stehen, gibt es Erweckungen und Bekehrungen. Lässt sich aber ein Gotteskind etwas zuschulden kommen, dann leidet die Sache des Herrn darunter. Die Welt lacht über sie und sagt: "So sind die Frommen!" An manchem Fehltritt sind wir mit schuld, weil wir nicht in der rechten Fürbitte standen.

Wir sollen auch für die Knechte Gottes beten. Paulus schreibt:

Ich ermahne euch, liebe Brüder, durch unseren Herrn Jesus Christus und durch die Liebe des Geistes, dass ihr mir helft kämpfen mit Beten für mich zu Gott.

Römer 15,30
- Der Apostel sagt, die Gläubigen sollten ihm kämpfen helfen. Der Dienst am Evangelium ist Kampf. Es gilt, dem Fürsten der Finsternis Seelen zu entreißen. Dass er sie nicht gutwillig hergibt, ist klar. Er tut, was er kann, um die Menschen zurückzuhalten. Da gilt es, heilige Hände des Gebetes aufzuheben. Auch der Dienst unserer Volks- und Schriftenmission ist ein solcher Kampf. Wir wollen auch durch das gedruckte Wort dem Fürsten der Finsternis die Seelen entreißen. Deshalb, liebe Geschwister, werdet nicht müde und betet täglich für das gedruckte Wort und unseren Dienst. Viele Knechte Gottes sind zu Fall gekommen; im Kampf hat der Gegner es auf die Führer abgesehen. So auch hier. Hast du der Knechte Gottes treu in der Fürbitte gedacht und um ihre Bewahrung gefleht? Hast du um den Segen für ihren Dienst gebetet? Lasst uns doch von heute ab treuer werden, für alle Pastoren und Prediger, Evangelisten und Lehrer, Diakonen, Diakonissen und alle Brüder und Schwestern, die im Dienste des Herrn stehen, zu beten.

Vergiss es nicht: Knechte Gottes bedürfen doppelt der bewahrenden Gnade des Herrn. Betet, dass er sie bewahre vor dem Argen, dass sie sich nicht durch Lob oder Tadel beirren lassen, sondern dass sie unerschrocken ihren Dienst tun zum Heil der Menschen und zur Ehre Gottes.

Gott will aber auch, dass wir unsere Obrigkeit mit einschließen in die Fürbitte. Suchet der Stadt bestes und betet für sie! Von Samuel lesen wir, dass er für das Volk zum Herrn schrie, und Gott erhörte ihn. Kinder Gottes können den Segen des Herrn auf ihr Volk, ihre Stadt oder ihr Dorf herabflehen. Die Ewigkeit wird es einmal offenbaren, wie viel Gerichte Gott von einem Volke oder Lande ferngehalten hat durch die Fürbitte, aber auch wiederum, wie viel Segnungen er einem Volke hat zuteil werden lassen, weil die Stillen im Lande nicht müde wurden, heilige Hände emporzuheben.

Oft kommt zu mir aus Himmelshöh'n ein Gruß wie sanftes Lobgetön, ein Wort der Hoffnung und der Kraft, ein Strahl, der neuen Mut mir schafft, ein Hauch, der meinen Geist umweht. - Ich glaub', ein Herz hat mir's erfleht, und Gott erhörte das Gebet.


Worin besteht der Segen der Fürbitte?

Wir sahen, wie der Herr uns in der Heiligen Schrift zur Fürbitte auffordert und ermahnt. Wenn Kinder Gottes die Fürbitte verrichten, bekommen sie selber den ersten Segen. In der Fürbitte bringt der Beter die Not der anderen betend vor Gott. Durch diesen Dienst kommen wir aus dem engen Kreise des eigenen Ichs heraus. Dadurch, dass ich mich mit der Not anderer beschäftige, tritt meine eigene Not in den Hintergrund. Wir sind von Natur aus an unser Ich gebunden. Um unser Ich dreht sich unser ganzes Leben, unser ganzes Denken, Sinnen und Sorgen. Welch eine Gnade, dass uns die Fürbitte aus diesem engen Kreis herausbringt! Ist das nicht ein herrlicher Segen?

Der Herr hat aber durch die Fürbitte noch größere Segnungen. Je mehr wir für die Mitmenschen beten, für ihre Interessen eintreten, um so mehr weitet sich unser Herz und Blick. Die großen Angelegenheiten unseres Christus treten in unseren Gesichtskreis. Die Mission mit ihren Freuden und Leiden interessiert uns. Die Anstalten der Inneren und Äußeren Mission gewinnen wir lieb. Wir bekommen eine gesegnete "Herzerweiterung". Weltweit werden unser Interesse und die Liebe. Wir bekommen eine Freude, mitzuhelfen am Bau des Reiches Gottes. Durch die Fürbitte verrichten wir Arbeit im Reiche Gottes. Wir tun Missionsarbeit, als ob wir selber auf den Missionsfeldern stünden. Wenn nun die Fürbitte einen solchen Gewinn einbringt für uns und andere, zu unserem persönlichen Heil, zum Bau seines Reiches, zur Ehre Gottes, sollten wir sie dann nicht alle mehr üben? Der Herr will Beter haben. Wollen wir uns ihm nicht zur Verfügung stellen? Er schenke uns Freudigkeit zum Mithelfen am Bau seines Reiches durch die Fürbitte. Deshalb:
O so betet alle drauf, betet immer wieder.
Heil'ge Hände hebet auf, heil'get eure Glieder.
Heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget;
betet, dass es dringet.




  Copyright und Autor: Heinrich Müller (1897 - 1971)

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